Welche Kresse ist am gesündesten - Rückschau auf die wissenschaftliche Literatur

Welche Kresse ist am gesündesten? Gartenkresse und Brunnenkresse im Vergleich

Kresse wird oft als kleine Garnitur abgetan. Dabei steckt sie voller Nährstoffe und ist eine der am besten erforschten essbaren Pflanzen überhaupt. Die Frage, welche Kressesorte die gesündeste ist, lässt sich tatsächlich mit wissenschaftlichen Daten beantworten.

In diesem Artikel vergleichen wir Gartenkresse und Brunnenkresse auf Basis veröffentlichter Studien, erklären, was die Unterschiede im Alltag bedeuten, und zeigen, wie du beide Sorten einfach selbst anbauen kannst.

Kurz zusammengefasst: Brunnenkresse (Nasturtium officinale) gilt laut einer vielzitierten Studie der William Paterson University als das nährstoffreichste Lebensmittel überhaupt. Gartenkresse (Lepidium sativum) ist einfacher anzubauen und ebenfalls sehr nährstoffreich. Beide Sorten haben ihren Platz in einer gesunden Ernährung.

Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Kressesorten im Überblick

Der Begriff "Kresse" umfasst mehrere Pflanzenarten, die botanisch kaum verwandt sind. Für den Alltag und die Gesundheitsfrage sind zwei besonders relevant:

Sorte Botanischer Name Geschmack Wo erhältlich? Eigenanbau
Gartenkresse Lepidium sativum Leicht scharf, würzig Häufig im Supermarkt Sehr einfach, 5 bis 7 Tage
Brunnenkresse (Wasserkresse) Nasturtium officinale Pfeffrig, leicht bitter Selten, kaum im Handel Möglich, braucht Wasser

Nährstoffvergleich: Gartenkresse vs. Brunnenkresse

Beide Sorten gehören zur Familie der Kreuzblütengewächse und enthalten ähnliche Nährstoffgruppen. Die Unterschiede liegen im Detail.

Nährstoff Gartenkresse (pro 100 g) Brunnenkresse (pro 100 g) Wofür wichtig?
Vitamin C 69 mg 43 mg Immunsystem, Eisenaufnahme
Vitamin K 541 µg 250 µg Knochen, Blutgerinnung
Vitamin A 346 µg 160 µg Augen, Zellwachstum
Kalzium 81 mg 120 mg Knochen und Zähne
Eisen 1,3 mg 0,2 mg Sauerstofftransport im Blut
Kalorien 32 kcal 11 kcal Sehr kalorienarm
Glucosinolate / PEITC vorhanden besonders hoch Antimikrobiell, in Forschung

Quellen: USDA FoodData Central; Di Noia, J. (2014), Preventing Chronic Disease, CDC.

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Was die Wissenschaft sagt

Brunnenkresse auf Platz 1 der nährstoffreichsten Lebensmittel

Eine vielzitierte Studie von Jennifer Di Noia, Professorin an der William Paterson University, hat 47 Obst- und Gemüsesorten nach ihrem Gehalt an 17 essenziellen Nährstoffen bewertet. Brunnenkresse belegte dabei den ersten Platz und wurde als das nährstoffreichste Lebensmittel eingestuft. Die Studie wurde 2014 im Fachjournal Preventing Chronic Disease der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC veröffentlicht (Link zur Studie).

Auszug aus der William Paterson Studie zur Nährstoffdichte von Lebensmitteln

Gartenkresse und Glucosinolate

Eine Studie im Journal of Food Science and Technology (2018) zeigte, dass Gartenkresse einen hohen Gehalt an Glucosinolaten aufweist. Glucosinolate sind natürliche Pflanzenstoffe, die beim Kauen in Senföle umgewandelt werden. Diese Verbindungen werden in der Forschung auf mögliche krebshemmende Eigenschaften untersucht.

Brunnenkresse und DNA-Schutz

Eine Studie im British Journal of Nutrition (2020) untersuchte den Gehalt an Phenethyl-Isothiocyanat (PEITC) in Brunnenkresse. PEITC ist eine bioaktive Verbindung, die in der Forschung auf ihre Wirkung gegen Zellschäden untersucht wird. Die Studie fand Hinweise darauf, dass regelmäßiger Verzehr von Brunnenkresse oxidativen Stress reduzieren kann (Link zur Studie).

Brunnenkresse und Knochengesundheit

Eine Untersuchung im American Journal of Clinical Nutrition (2019) ergab, dass regelmäßiger Verzehr von Brunnenkresse die Knochengesundheit positiv beeinflussen kann. Der Grund ist der sehr hohe Vitamin-K-Gehalt, der für die Knochenmineralisierung wichtig ist.

Wichtig: Alle genannten Studien beziehen sich auf Lebensmittel, nicht auf Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente. Kresse kann Teil einer gesunden Ernährung sein, ersetzt aber keine medizinische Behandlung.

Verwendung in der Küche

Beide Kressesorten haben einen leicht pfeffrigen, würzigen Geschmack. Gartenkresse ist etwas schärfer, Brunnenkresse etwas bitterer und milder zugleich.

  • Salate: beide Sorten eignen sich als Basis oder Beigabe
  • Sandwiches und Brot: frisch aufgestreut, klassisch und schnell
  • Suppen: kurz vor dem Servieren einrühren, nicht mitkochen
  • Smoothies: in kleinen Mengen für ein nährstoffreiches Grün
  • Warme Gerichte: Brunnenkresse verträgt kurzes Erhitzen besser als Gartenkresse

Tipp: Gartenkresse nie lange erhitzen. Hitze baut Vitamin C und Glucosinolate ab. Immer frisch und roh verwenden, direkt vor dem Essen ernten oder aufstreuen.

Selbst anbauen: Was du brauchst

Gartenkresse ist eine der einfachsten Pflanzen für den Eigenanbau zu Hause. Brunnenkresse braucht mehr Wasser und etwas mehr Pflege, ist aber ebenfalls möglich.

Für den unkomplizierten Einstieg empfehlen wir Gartenkresse auf einem Microgreen Pad. Kein Erdreich, kein Garten, keine Vorkenntnisse nötig. In 5 bis 7 Tagen ist sie erntereif.

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Häufige Fragen

Welche Kresse ist am gesündesten?

Laut einer Studie der William Paterson University (Di Noia, 2014) ist Brunnenkresse das nährstoffreichste Lebensmittel unter 47 untersuchten Obst- und Gemüsesorten. Gartenkresse enthält mehr Vitamin C und Eisen, ist aber im Supermarkt häufiger erhältlich und einfacher selbst anzubauen. Beide Sorten sind nährstoffreich und ergänzen sich gut.

Was ist der Unterschied zwischen Gartenkresse und Brunnenkresse?

Gartenkresse (Lepidium sativum) wächst schnell auf der Fensterbank, schmeckt scharf-würzig und ist im Supermarkt häufig zu finden. Brunnenkresse (Nasturtium officinale) wächst in oder an Wasser, schmeckt pfeffrig-bitter und ist im Handel selten. Beide gehören zur Familie der Kreuzblütengewächse, sind aber verschiedene Pflanzen.

Kann man Kresse täglich essen?

Ja. Kresse ist ein normales Lebensmittel ohne bekannte Risiken bei üblichem Verzehr. Eine kleine Handvoll täglich als Topping auf Brot, in Salaten oder Suppen ist eine alltagstaugliche Menge.

Verliert Kresse beim Kochen ihre Nährstoffe?

Ja, teilweise. Vitamin C und Glucosinolate werden durch Hitze abgebaut. Gartenkresse sollte deshalb immer frisch und roh gegessen werden. Brunnenkresse verträgt kurzes Erhitzen etwas besser, verliert aber ebenfalls Nährstoffe beim Kochen.

Wo kann ich Brunnenkresse kaufen?

Brunnenkresse ist im deutschen Einzelhandel selten. Sie ist gelegentlich in Bioläden oder auf Wochenmärkten erhältlich. Gartenkresse ist dagegen in fast jedem Supermarkt zu finden und lässt sich sehr einfach selbst anbauen.

Kann man Kresse ohne Erde anbauen?

Ja. Gartenkresse wächst sehr gut auf Anzuchtpads ohne Erde, ideal für die Wohnung oder die Fensterbank. Brunnenkresse braucht viel Wasser und ist für den Eigenanbau ohne Erde weniger geeignet.


Brunnenkresse ist laut Studienlage die nährstoffreichste Kressesorte. Gartenkresse ist die zugänglichere Wahl für den Alltag: einfach anzubauen, schnell erntereif und ebenfalls sehr nährstoffreich. Wer beides kombiniert, profitiert von der vollen Bandbreite.

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